08 Babylonische Verwirrung

Unsichtbares Akkordeon
 

Haben Sie einen japanischen Namen? Fürchten Sie um Ihre Reputation.

 

Auflösung
 

Am 1. Januar 2020 rollte eine kleine lexikalische Revolution durch Japan. Eine neue Verordnung bestimmt, dass offizielle Dokumente die Reihenfolge der Namen des japanischen Volkes umkehren sollten, wenn sie im lateinischen Alphabet gerendert werden. Bisher wurden beispielsweise in englischen Dokumenten japanische Namen mit dem Vornamen zuerst geschrieben und somit die westliche Praxis verwendet. Von nun an wird der Familienname an erster Stelle stehen und, um jede Mehrdeutigkeit zu verbannen, vollständig kapitalisiert. Damit sind die japanischen Namenskonventionen dann für japanische und fremde Zeichen identisch, zum Preis eines Bruchs mit der bis dahin gültigen Transkriptionspraxis. Die Folge im akademischen Leben könnte eine höhere Zahl von übersehenen Zitaten und damit ein relativer Reputationsverlust japanischer Autoren sein bis sich die Anbieter der entsprechenden Metriken und, noch wichtiger, die Zitierenden an die neue Konvention gewöhnt haben.

Das Beispiel zeigt, dass es immer günstig ist über einen persistenten Identifikator (PID) zu verfügen, um derartige Probleme zu umgehen. Für Personen gibt es hier zum Beispiel die unabhängig vergebene ORCID oder die über Thompson Reuters vergebene ResearcherID. Werden diese PIDs zitiert, dann erfolgt unabhängig von geänderten Nameskonventionen eine korrekte Zuordnung des Autors zu den Nennungen seiner Artikel. Für den Zitierenden ergibt sich der Vorteil, dass er die Beiträge von Autoren trotz Namens- oder Konventionsänderungen im Blick behalten kann. Für die Autoren selbst ist es ein klares Plus eine direktere Kontrolle über die korrekte Zuordnung von Artikeln und damit über die wissenschaftliche Reputation zu haben.

 

Quellen: