65 - Metadaten gegen das Vergessen

Unsichtbares Akkordeon
 

altertümlich gekleideter Mann am Stehpult, der mit einer Feder in ein Buch schreibt

Mehr als eine Randnotiz?

Auflösung
 

In der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel recherchiert der Theologe und Kirchenhistoriker Prof. Ulrich Bubenheimer zur Reformationsgeschichte. Dabei sieht er auch einen Sammlungsband durch, in den mehrere Chroniken eingebunden sind. Dieser Band ist in der Bibliotheksdatenbank nur mit wenigen beschreibenden Daten erschlossen. Randnotizen, die in verschiedenen Teilen des Buchs vorkommen, sind nicht näher ausgewertet. Prof. Bubenheimer ist überrascht als bei seinen Untersuchungen zur Reformation auf Anmerkungen stößt, die aus der Feder Martin Luthers stammen. Die Handschrift ist schnell analysiert und ermöglicht Einblicke in Themen, mit denen sich Luther während seiner Zeit in Erfurt beschäftigt hat. Nach der Auswertung der handschriftlichen Randnotizen wurde der Chronikband mit den entsprechenden Metadaten beschrieben und ist somit fortan für „Luther-Forscher“ auffindbar. Inzwischen wurde das gesamte Buch digitalisiert und kann online eingesehen werden, was weitere Auswertungen ermöglicht.

Das Auffinden der Randnotizen aus der Feder Luthers zeigt, wie wichtig es ist, aussagekräftige und auswertbare Metadaten in Datenbanken zu hinterlegen. Nur so kann das Potential von Forschungsdaten und –objekten sichtbar gemacht und erschlossen werden. Die Digitalisierung von analogen Materialien bietet zudem die Möglichkeit ein größeres Publikum zu erreichen und Forschungsergebnisse zu vernetzen.

Quellen: